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PANASONIC

Oliver Kothrade (42, rechts im Bild) ist der General Manager der Panasonic Europe Ltd., wo er unter anderem für den Bereich Human Resources verantwortlich ist. Mutterschafft hat sich mit ihm getroffen, um über die Unternehmenskultur in dem japanischen Unternehmen zu sprechen. Mit dabei: Michael Langbehn (links im Bild), zuständig für PR, Sponsoring und Corporate Social Responsibility. Langbehn hat am eigenen Leibe erfahren, wie wichtig ein flexibler Arbeitgeber in schwierigen Zeiten ist: Seine Frau, ebenfalls bei Panasonic tätig, erlitt kurz vor Geburt eine schwere Schwangerschaftsvergiftung. Vier Wochen auf der Intensivstation folgten für Mutter und Kind. Eine harte Zeit für den 43-Jährigen. „Die große Sorge um meine Frau und unsere Tochter zum einen und dann die Verantwortung im Job zum anderen, das war nicht einfach. Die Erkrankung fiel genau in eine Phase, in der ich normalerweise beruflich sehr eingebunden bin.” Doch Hilfe kam von allen Seiten: flexible Arbeitszeiten, Urlaub, ein super Team für die Vertretung. „Die Anteilnahme war groß. Sogar psychologische Unterstützung wurde uns während dieser schwierigen Zeit angeboten.”

Kothrade und Langbehn haben je drei Kindern im Alter zwischen zwei und 14 Jahren. Sie leben das, wie sie sagen, klassische Modell. Ihre Frauen arbeiten Teilzeit, sie selbst Vollzeit. Die Elternzeit haben beide nicht in Anspruch genommen. Zur Unternehmenskultur von Panasonic gehöre das aber trotzdem unbedingt dazu: „Elternzeit wird von fast allen Müttern und auch Vätern bei uns wahrgenommen. Ein Kollege von uns wird sogar ein ganzes Jahr zuhause bleiben.”

Das Umfeld muss stimmen

Ein spezielles Konzept für Mütter bei Panasonic gebe es nicht, erzählt Kothrade. „Unsere Philosophie heißt „People before products – Erst der Mensch, dann das Produkt”, und das wird hier auch gelebt.” Der Mensch steht im Mittelpunkt und danach ist das gesamte Personalmanagement ausgerichtet. So gibt es beispielsweise das ‘Work-and-Life-Support-Programm’, zu dem Erziehungsurlaube, flexible Arbeitszeiten sowie e-Work, also virtuelle Arbeitsplätze zu Hause, gehören. Dank dieses Modells lassen sich Familie und Beruf einfacher miteinander verbinden. „Jeder Mitarbeiter im Unternehmen kann seit 2007 bis zu zwei Tage von Zuhause aus arbeiten”, erzählt Michael Langbehn. „Dass unsere Mitarbeiter nicht vor Ort sein müssen, um den Job vernünftig zu erledigen, ist zuerst nicht überall so gut angenommen worden. Das Vertrauen und Verständnis musste erst aufgebaut werden.” Umfragen heute ergeben, dass mehr Autonomie und Verantwortung, den Selbstwert und die Motivation stärken. „Nehmen Sie zum Beispiel einen unserer Mitarbeiter, der jeden Tag aus Neumünster zu uns kommt. Die Lebensqualität erhöht sich signifikant, wenn ein Teil der Arbeit zuhause erledigt werden kann”, sagt Kothrade. Die Rechnung gehe auf: Weniger Benzin, weniger Fahrtzeit und konzentriertes, motiviertes Arbeiten. Das Ziel sei, weitere neue Arbeitsmodelle zu entwickeln und auszubauen. Der Wohlfühlfaktor spielt bei Panasonic eine große Rolle, sind sich die beiden Männer einig. Das Umfeld muss stimmen.

Tipp: Weiterbildung auch während der Elternzeit

Dafür gibt es viele Angebote für die Mitarbeiter: Regelmäßige Gesundheitstage, bei denen es rund um das eigene Wohlbefinden geht. Zusammen mit Experten testen Mitarbeiter ihre Fitness, erhalten Tipps zu mehr Ergonomie am Arbeitsplatz und lernen, wie sich die Ernährung und Sport auf ihre Leistungsfähigkeit auswirkt. Darüber hinaus bietet Panasonic einen externen Familienservice an. Hier können Mitarbeitende vertraulich Beratung zu beruflichen wie privaten Problemen bekommen. „Auch Themen wie „Psychische Belastung am Arbeitsplatz” und „Gleicher Lohn bei gleicher Qualifikation” packen wir an”, sagt Kothrade. „Es gibt immer Bereiche, wo wir noch besser werden können.”

Panasonic steht für Technik. Flat TVs, Digitalkameras, Blue Ray Produkte, Kühlschränke, Präsentationstechnik – um nur eine kleine Auswahl der Produktpalette zu nennen. Es überrascht nicht, dass von den etwa 300 Mitarbeitern am Standort Hamburg rund 78 Prozent männlich sind. Doch auch hier entwickelt das Unternehmen sich ständig weiter und unterzeichnete den europäischen Leitfaden zur vorbildlichen Frauenförderung im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologien.

Kind und Karriere sei bei Panasonic immer möglich, ist sich Kothrade sicher. „Viele Mütter reduzieren natürlich nach der Elternzeit die Stunden. Das besprechen wir ganz individuell.” Wer weiterhin in einer Leitungsposition tätig sein möchte, müsse aber mindestes eine 50 bis 60 Prozent-Stelle besetzen. „Es ist wichtig, für seine Mitarbeiter regelmäßig ansprechbar zu sein”, sagt Kothrade. Insgesamt nimmt er die Mütter im Unternehmen als sehr selbstbewusst wahr. „Die meisten kommen eigenständig auf uns zu und sagen, was sie wollen. Wir nehmen den Ball dann gerne auf.” Sein Tipp für Wiedereinsteiger: „In der Unterhaltungselektronik verändert sich viel in kurzer Zeit. Ich rate Müttern und Vätern, die in Elternzeit gehen, diese Zeit auch für persönliche Weiterbildung zu nutzen, um sich beschäftigungsfähig zu halten.”

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