"Loading..."

LE CROBAG

Friederike Stöver arbeitet seit 1981 bei LE CROBAG, ist seit über 20 Jahren Geschäftsführerin des Unternehmens. „Wir brauchen keine Frauenquote , sondern eine Mütterquote.“, sagt sie. Mitarbeiterinnen, die den Mut für Kind und Karriere aufbringen, fördert sie mit allen Kräften.

Frauen sollten den Mut haben Karrierepläne zu verwirklichen

„Ich wünsche mir für meine Mitarbeiter, dass sie Kind und Karriere unter einen Hut bekommen“, sagt Friederike Stöver. Die 54-Jährige ist selbst Mutter einer inzwischen 20-jährigen Tochter und will vor allem eines: Frauen Mut machen, ihre Karrierepläne eisern zu verfolgen, denn sie ist überzeugt, dass die Vereinbarkeit von Job und Familie gut möglich ist. „Ich kann doch nicht so egoistisch sein und nur aus der Unternehmerperspektive daran denken, dass Kinder krank werden können“, sagt sie. „Und am Ende habe ich hier lauter frustrierte Enddreißiger sitzen, die eigentlich gerne Kinder gehabt hätten.“

1300 Mitarbeiter arbeiten samt denen aller Franchise-Firmen in 126 Verkaufsshops unter der Marke LE CROBAG, 32 davon in der Zentrale in Hamburg-Bahrenfeld. Der Frauenanteil in dem Unternehmen, das sich traditionell als äußerst familienfreundlich bezeichnet, liegt bei 73 Prozent. Stöver selbst wurde in die Geschäftsführung berufen, als ihre Tochter gerade vier Monate alt war. „Damals hatte ich meine Mutter im Hintergrund, die jede Woche drei Tage und zwei Nächte bei uns war – anders wäre das gar nicht machbar gewesen.“

Fairness hat oberste Priorität

Bei ihren Mitarbeitern ist der Geschäftsführerin vor allem Offenheit und Fairness wichtig. Werte, denen sich das Unternehmen neben Respekt, Transparenz, Leidenschaft und Engagement verschrieben hat und die auch den Führungsstil der Geschäftsführerin kennzeichnen. Als eine heutige Mitarbeiterin ihr beispielsweise kurz vor der Vertragsunterzeichnung mitteilte, dass sie schwanger sei, würdigte Stöver diesen Mut und gab ihr den Job trotzdem – beziehungsweise erst recht. „Seither hat sie wirklich einen Stein bei mir im Brett“, sagt Stöver. „Andererseits: Hätte sie damals anders gehandelt, wäre das Vertrauensverhältnis nachhaltig gestört gewesen.“ Fairness hat für Stöver auch bei ihren anderen Mitarbeitern oberste Priorität. „Wenn die Zusammenarbeit stimmte, habe ich es immer geschafft, die Mütter auch nach der Elternzeit zu halten“, sagt die Geschäftsführerin entschieden.

Stöver erzählt, dass viele Frauen in der Zentrale von LE CROBAG Kinder haben und das Thema Elternzeit für die Geschäftsführerin daher von großer Relevanz ist. „Wir begrüßen es sehr, wenn die Frauen von sich aus in dieser Zeit Kontakt halten und uns ab und zu besuchen, auch gerne mit Baby“, sagt sie. „Und uns ist wichtig, dass wir das Gefühl haben, anrufen zu können und nicht zu stören, wenn wir mal Fragen haben.“

Beide Seiten müssen flexibel sein

Was schätzt Stöver besonders an ihren Angestellten mit Kind? „Mütter sind sehr treue Mitarbeiterinnen und bringen dem Unternehmen echte Wertschätzung entgegen, wenn man flexibel ist“, beschreibt sie die Vorzüge. Das gleiche Maß an Flexibilität erwarte sie dafür im Gegenzug aber auch von ihren Mitarbeitern. „Die müssen echt tough sein und Druck aushalten können“, sagt sie. „Schließlich muss das der Arbeitgeber auch.“ Was sie gar nicht verstehen kann ist, wenn Frauen gar nicht erst den Mut aufbringen, auch mit Kind Karriere zu machen. „Die müssen doch einsehen, dass sie das schaffen können“, sagt Stöver, die im Frauennetzwerk Foodservice als Mentorin junge Frauen bei der Karriereentwicklung unterstützt. Und wie steht die Geschäftsfrau zu einer Frauenquote? „Die halte ich für Blödsinn“, sagt sie. „Frauen ohne Kind haben doch die gleichen Chancen wie Männer, Karriere zu machen. Stattdessen sollte man eine Mütterquote einführen.“

Mehr Infos zu LE CROBAG.