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SUSANNE

Polizistin und Mutter aus Leidenschaft

Wer Susanne kennt, der nimmt ihr diese Aussage auch ab. Unvergesslich das Bild auf dem Kindergeburtstag ihrer Tochter Janne, 8 Jahre, wo Susanne in kompletter Polizeimontur auf der Einfahrt ihres Hauses stand und die Kinder zur Räuberjagd durch die heimischen Felder und Wiesen begrüßte.

Ihre Kinder bedeuten Susanne sehr viel und trotzdem bleibt sie auf ihrem Stammrevier im Schanzenviertel. Warum sie sich nach dem Umzug ins ländliche Schleswig-Holstein nicht ein kleines Revier im Hamburger Umland oder gar auf dem Land gesucht hat, lässt die Polizistin stutzen.

„Seit 2001 bin ich bei meinen Kollegen auf dem Polizeikommissariat 16, das verlässt du nicht so einfach. Unsere Arbeit ist geprägt von Vertrauen untereinander. Du musst Dich zu 100% auf deine Kollegen verlassen können. Hier bei uns ist ordentlich etwas los, die Dienste vergehen schnell, Langeweile kommt selten auf.“

Aber mit Kindern? Kam da nie die Frage auf, den Dienst auf einen anderen Bezirk zu verlegen?

„Ein klares Nein! Während meiner Schwangerschaft mit Janne musste ich sofort nach Bekanntgabe aus dem Vollzugsdienst raus und ab in die Teppichetage. Zwar hatte ich großes Glück mit diesem Posten, aber Verwaltungskram und Vorzimmerdame sind wirklich nicht mein Ding."

Die Pause von 13 Monaten nach Jannes Geburt reichte Susanne dann auch vollkommen aus. „Zu diesem Zeitpunkt haben mein Mann und ich uns entschieden, beide zwei Jahre auf 50%-Stellen zugehen. Die Zeit mit den Kindern ist kostbar und wir wollten unser Familienleben genießen.“

Wirklich beide? Meine Nachfrage sei erlaubt, denn 2005 war es mehr als unüblich, dass ein Mann Elternzeit einreicht bzw. beide Elternteile sich zusammen entscheiden, die Arbeitszeit zu reduzieren. Die Zeit haben Susanne und Marko gut genutzt. Ein Haus wurde gebaut und der Umzug nach Schleswig-Holstein organisiert. Nach zwei Jahren ging Marko wieder Vollzeit arbeiten und Susanne blieb bei ihrem 50%-Modell.

2009 kam dann ihr Sohn Linus zur Welt. Hier hatte die Polizistin während der Schwangerschaft weniger Glück. Die Teppichetage war besetzt und so wurde sie in den Innendienst zur Kripo versetzt. „Ich kannte immer nur mein tolles Team und jetzt war ich die Neue und auch noch schwanger. Rückhalt habe ich in der damaligen Zeit nicht erfahren. Ich war froh, als der Dienst zu Ende war und ich nach Hause fahren konnte.“

Ungemein größer war die Freude, nach zwölf Monaten Pause wieder auf ihrem alten Revier 16 mit einer 1/3-Stelle starten zu können. „Ein echter Luxus ist es, als Beamtin alle Arbeitszeitmodelle leben zu können. Ich sehe oft genug die Schwierigkeiten bei Bekannten und Freunden, die Arbeitszeiten mit dem Familienleben unter einen Hut bringen zu können“. Dass Susanne jedoch auch ungemein flexibel ist, zeigt die Tatsache, dass sie 2012 für ein ganzes Jahr wieder auf eine Vollzeitstelle gewechselt ist. „Bei Marko in der Firma herrschte gerade ein Engpass in der Auftragslage. Hier konnten wir schnell reagieren und einer möglichen Versetzung in eine andere Stadt, durch das Angebot einer Arbeitszeitreduzierung entgegenwirken."

„Wer seinen Traumberuf ausüben darf, der sollte nicht meckern!“

Jetzt ist Susanne wieder auf einer 50%-Stelle und fühlt sich mit dieser Regelung am wohlsten. Schichtdienst, Wochenenddienst und 12-Stunden-Einsätze nagen zwar an der Substanz, und auch ihr Tag könnte gut und gerne ein paar Stündchen mehr haben, aber wer seinen Traumberuf ausüben darf, der sollte nicht meckern.

Infos zur Karriere bei der Polizei Hamburg.